Mit Gründung des Statistischen Landesamtes stand von Anbeginn nicht nur die Erhebung verschiedenster Statistiken als wichtigste gesetzliche Aufgabe im Vordergrund, sondern ebenso die Information gegenüber interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Presse. An dieser Philosophie hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil! Mit den verschiedensten Produkten des Hauses werden mehr Daten denn je angeboten – und das zum großen Teil kostenfrei. Der Wandel der Medien spielt dabei eine gewichtige Rolle. Insbesondere das Internet bietet neue Wege und Möglichkeiten der Informationsverbreitung. Hat sich die Produktpalette im Laufe der Jahre sehr geändert? Ein kleiner Streifzug durch 6 Jahrzehnte.
Regionalstatistik und Verwaltungsgliederung stehen seit den Anfängen der amtlichen Statistik in engem Sachzusammenhang. Mit den wachsenden Anforderungen an statistische Daten zum Zwecke der Planung für die verschiedenen Gliederungsebenen eines Territoriums ergab sich die Notwendigkeit, Daten für immer kleinere regionalbezogene Einheiten – in der Regel Gemeinden – zu erheben und bereitzustellen. Als es im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland am 25. April 1952 zu einer Neugliederung der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Besatzungsmächten eingerichteten Länder: Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden durch die Gründung des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg kam, gab es hier 3384 selbstständige Gemeinden, für die es galt Daten zu erheben, aufzubereiten und zu analysieren. Heute stellt sich diese Aufgabe für 1101 Gemeinden mit einem deutlich ausgeweiteten Datenangebot.
Seit Bestehen des Landes Baden-Württemberg fanden bislang 15 Wahlen zum Landesparlament statt. Vor der Landtagswahl 1996 dauerte eine Legislaturperiode 4 Jahre, seit 1996 werden die baden-württembergischen Landtage für jeweils 5 Jahre gewählt. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Landes Baden-Württemberg wird im folgenden Beitrag ein Rückblick auf die wichtigsten Entwicklungslinien der Landtagswahlen seit 1952 gegeben.
In Baden-Württemberg waren 2011 neben rund 4 Mill. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – dazu zählen auch die 310700 Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes Baden-Württembergs – rund 222400 Beamtinnen und Beamte beschäftigt. Die überwiegende Mehrheit der Beamten, nämlich 192500 bzw. knapp 87 % sind beim Land tätig, rund 12 % bei Gemeinden/Gemeindeverbänden und Zweckverbänden und nur gut 1 % bei Sozialversicherungen oder öffentlich-rechtlichen Einrichtungen. Im folgenden Beitrag stehen diese 192500 Beamtinnen und Beamte des Dienstherren »Land Baden-Württemberg« im Fokus, von denen im Übrigen rund 6500 in diesem Jahr auch ihren 60. Geburtstag feiern.
Im Grundgesetz (GG) wird den Kommunen in Artikel 28, Absatz 2 das Recht auf Selbstverwaltung garantiert, das heißt alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Artikel 106 GG weist den Kommunen dazu bestimmte Steuereinnahmen zu. Im Gegensatz zum Bund und den Ländern ist die Aufgabenzuweisung an die Kommunen im Grundgesetz nicht weiter konkretisiert und deren Umfang ist durchaus unterschiedlich. Insgesamt hat die wirtschaftliche Bedeutung der Kommunen mittlerweile beachtliche Ausmaße angenommen.Während das Ausgabenvolumen der kommunalen Haushalte bis zum Krisenjahr 2009 fast kontinuierlich auf über 40 Mrd. Euro anstieg, ist dieser Trend beim Landeshaushalt nur bis 1997 zu beobachten. Die anschließende Entwicklung verlief deutlich gedämpfter und die 35 Mrd.-Euromarke wurde nur selten überschritten. Gegenüber dem Gründungsjahr des Landes weisen sowohl der Landes- wie die kommunalen Haushalte heute Ausgaben von einem Vielfachen der damaligen Ausgaben aus.
Bei der Landesgründung im Jahr 1952 waren die Vorzeichen für den Fremdenverkehr alles andere als günstig. Ein durch Kriegszerstörung und Wohnraumbewirtschaftung noch deutlich eingeschränktes Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten traf auf eine Bevölkerung, bei der die unmittelbare Daseinsversorgung im Mittelpunkt stand. Im Zuge des »Wirtschaftswunders« schaffte sich das Bedürfnis nach Ablenkung und Erholung bei der »Sommerfrische« jedoch in 1950er-Jahren rasch Raum, was insbesondere den Kurorten des Landes zu einer ersten Blüte verhalf. In den 1960er- bis zu Beginn der 1980er-Jahre befand sich der Übernachtungstourismus zwar bei ähnlichem Grundmuster weiter auf einem Wachstumspfad. Insgesamt war die Entwicklung aber bereits gedämpfter und weniger stetig, da sie durch erste Rezessionen vorübergehend unterbrochen wurde und das heimische Beherbergungsgewerbe zunehmend im Wettbewerb auch mit ausländischen Reisezielen stand. Dieses Auf und Ab sollte dann in den letzten 3 Jahrzehnten zum vorherrschenden Muster werden, vor dessen Hintergrund sich ein schleichender Strukturwandel vollzog und noch vollzieht. Schlagwortartig lässt sich dieser Trend wie folgt zusammenfassen: kürzere Aufenthalte, zunehmende Bedeutung des Städte- und des Ausländertourismus.
Die Entwicklung des Verkehrsgeschehens auf Baden-Württembergs Straßen verlief in den vergangenen 6 Jahrzehnten mehr als rasant. Die Zahl der Kraftfahrzeuge (Kfz) ist seit 1952 auf das Dreizehnfache angestiegen, gleichzeitig hat sich auch die Struktur des Fahrzeugbestandes stark verändert. Waren im neugegründeten Bundesland Baden-Württemberg Krafträder das Hauptverkehrsmittel, so stellen heute die Personenkraftwagen (Pkw) allein 82 % des BestandeS. Der Ausbau der Infrastruktur konnte mit der enormen Zunahme des Straßenverkehrs kaum Schritt halten. Seit Beginn der 1950er-Jahre erhöhte sich die Länge der überörtlichen Straßen in Baden-Württemberg nur um 18 %. Die damit zwangsläufig einhergehende Zunahme der Verkehrsdichte hat vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren zu einer ständig wachsenden Unfallgefährdung der Verkehrsteilnehmer geführt. Zahlreiche Verbesserungen der Fahrzeugtechnik und eine kontinuierliche Verkehrssicherheitsarbeit weisen mittlerweile große Erfolge hinsichtlich der Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten auf.